Die Bauindustrie muss digitaler werden: Aber muss jeder gleich in die Blockchain?

10. Dezember 2019
von Johannes Zuberer
 

Die digitale Transformation in der Bauindustrie bringt schier endlose Chancen und Möglichkeiten

In diesem Kontext werden Entscheidungen schwieriger, insb. durch quasi unbegrenzt viele Handlungsoptionen und das ständige Risiko, ad-hoc Prioritäten überzubewerten und dabei langfristige Prioritäten zu vernachlässigen. Gleichzeitig werden Schnelligkeit und kalkulierte Risikobereitschaft immer wichtiger.

Die Kernfrage in diesem Kontext: was ist am wichtigsten? Worauf sollten Ressourcen und Management-Zeit verwendet werden? Ist zum Beispiel Blockchain das neue Top-Thema?

Briq, ein Blockchain-fokussiertes Unternehmen aus den USA zeigt das Potenzial: weil bis zu 95% der Daten eines Gebäudes bei Übergabe an den ersten Besitzer verloren gehen, erstellt Briq einen Blockchain-basierten digitalen Zwilling, der von Wandfarbe über Türbeschläge bis hin zu Zertifizierungen und Service-Intervalle alles enthält. Innerhalb dieses sog. "Digital Twins" wird auch während der Betreiberphase alles dokumentiert und aktualisiert, sodass keine Daten mehr verloren gehen. Dadurch wird insb. der Gebäudebetrieb effizienter und Kosten geringer.

Aber ist das die Blaupause für alle? Nein.

Einige (aber wenige) Unternehmen der Bauindustrie werden sinnvollerweise den Weg der Blockchain oder anderen neuen Geschäftsmodelle gehen (oder sich z.B. zu Ökosystemen und Plattformen weiterentwickeln).

Die Mehrheit aller Unternehmen in der Bauindustrie wird sich zunächst in kürzer- und mittelfristigeren Horizonten und Prioritäten tummeln (müssen!). Die Kernfragen sind dann eher: 

  • Wie können Prozesse verbessert und automatisiert werden? Wie kann das eigene damit Geschäft inkrementell effizienter und besser werden? 
  • Welche Daten müssen nachgelagerten Vertriebsstufen zur Verfügung gestellt werden? Und wie sollte man überhaupt mit diesen zusammenarbeiten? 
  • Wie muss mit den verschiedenen Beeinflussern, Handelsstufen, Verarbeitern und Endkunden digital interagiert werden?
  • Welche digital unterstützten Dienstleistungen müssen angeboten werden?
  • Usw.

Dabei ist sorgfältiges Abwägen wichtig: wohin entwickelt sich der eigene Sub-Sektor? Was macht die Konkurrenz? Was wollen die Kunden? ...sind nur einige Fragen, die sich Akteure der Wertschöpfungskette „Bau" stellen müssen. Nur dann kann von der digitalen Transformation sinnvoll und effektiv profitiert werden.

When combined, Blockchain and IoT have the potential to reshape the construction industry and drive it towards effectiveness, accountability and transparency.

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